Clearingphase in der Jugendhilfe - Ablauf, Dauer und Ziele
In der Clearingphase wird nach einer Krise in Ruhe geklärt, wie es für ein Kind oder einen Jugendlichen weitergeht. Hier erklären wir, was in dieser Zeit passiert, wie lange sie dauert und worauf es am Ende ankommt.
Was ist die Clearingphase?
„Clearing“ kommt vom englischen to clear - klären. Die Clearingphase ist ein zeitlich befristeter Abschnitt, in dem ein Kind an einem sicheren Ort lebt, während die Situation geklärt wird: Was ist passiert? Was braucht das Kind? Wie geht es weiter? Sie schafft zuerst Sicherheit und gibt allen Beteiligten Zeit für eine gute Entscheidung.
Häufig folgt die Clearingphase auf eine Inobhutnahme (§ 42 SGB VIII) und ist Teil einer stationären Hilfe nach § 34 SGB VIII.
So läuft die Clearingphase ab
Aufnahme und Sicherheit
Das Kind kommt in einer geschützten Wohngruppe an. Zuerst geht es um Ruhe, Sicherheit und darum, überhaupt anzukommen.
Beobachtung und Beziehung
Im Alltag lernen die Fachkräfte das Kind kennen. Bedürfnisse, Stärken und Belastungen werden dabei behutsam wahrgenommen.
Diagnostik und Gespräche
Gespräche mit Kind, Eltern und beteiligten Stellen, bei Bedarf ergänzt durch psychologische oder pädagogische Diagnostik.
Empfehlung und Perspektive
Am Ende steht eine fachliche Empfehlung: Rückkehr nach Hause, weitere stationäre Hilfe oder eine andere passende Lösung - gemeinsam mit dem Jugendamt.
Wie lange dauert die Clearingphase?
Dauer
In der Regel dauert sie einige Wochen bis wenige Monate. Maßgeblich ist der Einzelfall - wichtig ist, dass am Ende eine fundierte Empfehlung steht.
Ziel
Eine tragfähige Perspektive, die sich am Kindeswohl orientiert - ohne Druck, aber mit klarer Richtung für die nächsten Schritte.